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BIOGRAFIE

Jean Monnet wurde im Jahr 1888 in Cognac im französischen Département Charente geboren. Als Sohn einer Winzerfamilie ist das Kommen und Gehen ausländischer Kunden Teil seiner Kindheit.

Im Alter von 16. Jahren stieg er in das Familienunternehmen ein und reiste in diesem Rahmen zunächst nach London, um den Beruf des Kaufmanns zu erlernen, später nach Kanada, in die Vereinigten Staaten, nach Russland und nach Ägypten, um den Cognac der Genossenschaft „J. G. Monnet & Co.“ zu verkaufen.

 

Jean Monnet chutes Niagara en 1907
secretariat de la ligue des Nations, portrait du group avec Jean Monnet au milieu
Drapeau, navires en mer, Première Guerre Mondiale

Jean Monnet wurde 1908 aus gesundheitlichen Gründen vom Militärdienst freigestellt und daher bei der allgemeinen Mobilmachung 1914 nicht einberufen, dennoch wollte er am Krieg teilnehmen.

Zur Überraschung seiner Familie gelang es dem erst 26 Jahre alten Monnet, Premierminister Réné Viviani zu treffen, um ihm seinen Standpunkt zur Versorgung darzulegen.

Er wurde daraufhin von der französischen Regierung nach London entsandt, wo er einen französisch-britischen Pool für die gemeinsame Steuerung der Versorgungsströme und des Schiffsverkehrs einrichtete.

Seine erfolgreiche Arbeit während des Ersten Weltkriegs machte ihn unter den politischen Entscheidungsträgern seiner Zeit bekannt. Er wurde zum stellvertretenden Generalsekretär des Völkerbunds ernannt und hatte dieses Amt von 1919 bis 1923 inne.

Ab diesem Zeitpunkt baute er ein umfassendes Netz von Kontakten auf, zuerst als internationaler Bankier, später als Finanzberater mehrerer Regierungen.

Jean Monnet in Douai, France, 1918

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs unterbreitete er eine gewagte Idee: eine französisch-britische Union, um dem Vormarsch Hitler-Deutschlands Einhalt zu gebieten. Doch diese Union kam zu spät, denn Marschall Pétain unterzeichnete einige Wochen später das Waffenstillstandsabkommen. Jean Monnet, der das Kollaborateur-Regime von Vichy ablehnte, bot der britischen und der US-amerikanischen Regierung seine Dienste an, um den Kampf gegen die faschistischen Regime fortzusetzen. 
1943 wurde er Mitglied des Französischen Komitees für die nationale Befreiung (CFNL) in Algier
 

portrait de groupe - Rencontre franco-britannique à Alger, 4 juin 1943. © Fondation Jean Monnet pour l'Europe, Lausanne.
Jean Monnet au Plan, rue Martignac, Paris.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beauftragte General de Gaulle Jean Monnet mit dem Sanierungsplan für Frankreich, um dem Niedergang der französischen Wirtschaft entgegenzuwirken.

Der wichtigste Ideengeber in der Anfangszeit der europäischen Integration sei dank des Aktionskomitees für die Vereinigten Staaten von Europa, das er 1955 mit eigenen Mitteln gründete, bis ins hohe Alter aktiv.

1975 zog er sich in sein Haus in dem kleinen Dorf Houjarray zurück, wo er seine Memoiren schrieb, die Zeugnis von seiner Tätigkeit für die europäische Einheit ablegen.

Inauguration de la rénovation de la maison Jean Monnet en juin 1987

Chronologie

  • 9. November 1888: geboren in Cognac als Sohn einer Familie von Weinbrandhändlern
  • 1904 – 1908: Ausbildung und Reisen ins Ausland für das Familienunternehmen
  • 1916 Gründung des Comité interallié des transports et approvisionnements maritimes (Interalliierter Ausschuss für Schiffsverkehr und Versorgung auf dem Seeweg) (London)
  • 1919 – 1923: Stellvertretender Generalsekretär des Völkerbunds
  • 1939: Vorsitzender des Comité de coordination franco-britannique pour les ressources alliées (Französisch-britischer Koordinierungsausschuss für Ressourcen der Alliierten)
  • 1941: Unterstützung von Präsident Roosevelt bei der Ausarbeitung des „Victory Program“, mit dem die USA zum „Arsenal der Demokratien“ werden sollen
  • 1943: Mitglied des CFNL in Algier
  • 1950: Verfassung der SchumanErklärung
  • 1951: Unterzeichnung des EGKS-Vertrags, Präsident der Hohen Behörde
  • 1955: Gründung des Aktionskomitees für die Vereinigten Staaten von Europa
  • 1976: Pensionierung und Verfassen seiner Memoiren in Houjarray
  • 1979: Tod und Beisetzung auf dem Friedhof von Bazoches-sur-Guyonne (Yvelines)
  • 9. November 1988: Überführung der Asche Jean Monnets in das Panthéon in Paris